Berechnungen

Mit Zahlen und Berechnungen werden wir jeden Tag konfrontiert. Im Brandschutz basieren viele Grundlagen auf Berechnungen.

Hier finden Sie einige Berechnungsbeispiele aus dem Brandschutz.

 

Berechnung zur Grundausstattung mit Feuerlöschern für alle Arbeitsstätten nach der ASR 2.2 (Technische Regeln für Arbeitsstätten „Maßnahmen gegen Brände“, Quelle www.baua.de)

Da das Löschvermögen nicht addiert werden kann, wird zur Berechnung der Anzahl der erforderlichen Feuerlöscher eine Hilfsgröße, die „Löschmitteleinheit (LE)“ verwendet. Den Feuerlöschern wird dadurch eine bestimmte Anzahl von Löschmitteleinheiten zugeordnet.

 

Löschmitteleinheit (LE) ist eine eingeführte Hilfsgröße, die es ermöglicht, die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Feuerlöscherbauarten zu vergleichen und das Gesamtlöschvermögen unterschiedlicher Feuerlöscher zu ermitteln.

 

Für die Einstufung von Feuerlöschern ist nachfolgende Tabelle  zu beachten. Dort wird die Zuordnung des Löschvermögens der Feuerlöscher, ausgedrückt in Löschmitteleinheiten, getroffen.

 

Tabelle 1 Löschvermögen
LE Brandklasse A Brandklasse B
1 5A 21B
2 8A 34B
3   55B
4 13A 70B
5   89B
6 21A 113B
9 27A 144B
10 34A  
12 43A 183B
15 55A 233B

 

Wird ein Feuerlöscher für die Brandklassen A und B eingesetzt und ist dem Löschvermögen für die jeweilige Brandklasse eine unterschiedliche Anzahl von Löschmitteleinheiten zugeordnet, so ist der niedrigere Wert der Löschmitteleinheiten anzusetzen, z. B. 43A und 113B ergeben 6 LE

 

In allen Arbeitsstätten ist für die Grundausstattung die für einen Bereich erforderliche Anzahl von Feuerlöschern mit dem entsprechenden Löschvermögen für die Brandklassen A und B nach den Tabellen 1 und 2 zu ermitteln. Ausgehend von der Grundfläche der Arbeitsstätte, gemäß Tabelle 2, sind die Löschmitteleinheiten zu ermitteln. Aus Tabelle 1 ist dann die entsprechende Art, Anzahl und Größe der Feuerlöscher entsprechend ihres Löschvermögens zu entnehmen, wobei die Summe der Löschmitteleinheiten mindestens der aus der Tabelle 2 entnommenen Zahl entsprechen muss.

 

Tabelle 2

Grundfläche bis … m² Löschmitteleinheiten (LE)
50 6
100 9
200 12
300 15
400 18
500 21
600 24
700 27
800 30
900 33
1000 36
je weitere 250 m² +6

Für die Grundausstattung dürfen nur Feuerlöscher angerechnet werden, die jeweils über mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) verfügen.

 

Anrechnung von Wandhydranten

Wandhydranten können unter den folgenden Voraussetzungen bei der Grundausstattung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern berücksichtigt werden:

  • das Löschmittel der Wandhydranten ist für die vorhandenen Brandklassen geeignet
  • es handelt sich um Wandhydranten mit formbeständigem Schlauch,
  • wenn eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten in der Handhabung dieser Wandhydranten unterwiesen sind

Die Anrechnung der Wandhydranten erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Bei Gebäuden/Geschossen mit einer Grundfläche bis einschließlich 400 m2 erfolgt keine Anrechnung von Wandhydranten. Die Ausstattung mit Feuerlöschern erfolgt gemäß Tabelle 2
  • Bei Gebäuden/Geschossen mit einer Grundfläche größer als 400 m2 können bis zu einem Drittel der nach Tabelle 2 erforderlichen Löschmitteleinheiten durch Wandhydranten ersetzt werden. Hierbei werden einem Wandhydranten 27 Löschmitteleinheiten zugeordnet.

 

Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung

Liegen nach der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 3 der Arbeitsstättenverordnung erhöhte Brandgefährdungen vor, sind neben der Grundausstattung nach Punkt 5.2.1 und den Grundanforderungen für die Bereitstellung nach Punkt 5.2.3 zusätzliche betriebs-und tätigkeitsspezifische Maßnahmen erforderlich (siehe Absatz 3).

In diesem Zusammenhang wird auf die TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ und TRGS 800 „Brandschutzmaßnahmen“ hingewiesen.

 

Erhöhte Brandgefährdungen können z. B. gegeben sein, wenn:

  • Stoffe mit hoher Entzündbarkeit oder brandfördernden Eigenschaften vorhanden sind,
  • Die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse für die Brandentstehung günstig sind und in der Anfangsphase mit einer schnellen Brandausbreitung zu rechnen ist,
  • Brandgefährliche Arbeiten durchgeführt werden (z.B. Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen, Löten) oder brandgefährliche Verfahren angewendet werden (z.B. Farbspritzen, Flammarbeiten) oder
  • Erhöhte Gefährdungen vorliegen, z.B. durch Selbstentzündung, Stoffe der Brandklassen D und F, brennbare Stäube, leicht- oder hochentzündliche Flüssigkeiten oder brennbare Gase.

Von erhöhter Brandgefährdung kann z.B. in folgenden Betrieben oder Betriebsbereichen ausgegangen werden:

 

Tabelle 3
Beispielhafte Aufzählung von Betrieben oder Betriebsbereichen mit erhöhter Brandgefährdung

 

  Betriebe oder Betriebsbereiche
1. Verkauf, Handel, Lagerung
  - Lager mit leicht entzündlichen bzw. leicht entflammbaren Stoffen
- Lager für Recyclingmaterial und Sekundärbrennstoffe
- Speditionslager
- Lager mit Lacken und Lösungsmitteln
- Altpapierlager
- Baumwolllager, Holzlager, Schaumstofflager
- Lagerbereiche für Verpackungsmaterial
- Lager mit sonstigem brennbaren Material
- Ausstellungen für Möbel
- Verkaufsräume mit erhöhten Brandgefährdungen, z. B. Heimwerkermarkt , Baumarkt
2. Dienstleistung
  - Kinos, Diskotheken
- Abfallsammelräume
- Küchen
- Beherbergungsbetriebe
- Theaterbühnen
- Tank-und Tankfahrzeugreinigung
- Chemische Reinigung
- Alten-und Pflegeheime
- Krankenhäuser
3. Industrie
  - Möbelherstellung, Spanplattenherstellung
- Webereien, Spinnereien
- Herstellung von Papier im Trockenbereich
- Verarbeitung von Papier
- Getreidemühlen und Futtermittelproduktion
- Schaumstoff-, Dachpappenherstellung
- Verarbeitung von brennbaren Lacken und Klebern
- Lackier-und Pulverbeschichtungsanlagen und -geräte
- Öl-Härtereien
- Druckereien
- Petrolchemische Anlagen
- Verarbeitung von brennbaren Chemikalien
- Leder-und Kunststoffverarbeitung
- Kunststoff-Spritzgießerei
- Kartonagenherstellung
- Backwarenfabrik
- Herstellung von Maschinen und Geräten
4. Handwerk
  - Kfz-Werkstatt
- Tischlerei/Schreinerei
- Polsterei
- Metallverarbeitung
- Galvanik
- Vulkanisierung
- Leder-, Kunstleder-und Textilverarbeitung
- Backbetrieb
- Elektrowerkstatt

 

Über die Grundausstattung hinausgehende zusätzliche Maßnahmen sind z. B.: 

  • Erhöhung der Anzahl der Feuerlöscher an besonders gefährdeten Arbeitsplätzen, um kürzere Eingreifzeiten aufgrund kürzerer Wege sicherzustellen oder einen größeren Löscheffekt durch gleichzeitigen Einsatz mehrerer Feuerlöscher zu erzielen, 
  • Bereitstellung von zusätzlichen Feuerlöscheinrichtungen, z. B. fahrbare Pulverlöscher, fahrbare Kohlendioxidlöscher, Schaumlöschgeräte oder Wand hydranten, die Löschmittel müssen für die Brandklassen der vorhandenen Stoffe geeignet sein, 
  • der Einsatz von Löschanlagen oder 
  • die Ausrüstung von Bereichen mit Brandmeldeanlagen. 


Die Wahl und Menge der Feuerlöscher, vor allem mit dem richtigen Löschmittel sollte allerdings unabhängig von der Berechnung immer mit einem Fachmann abgestimmt werden.

 

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